Du hast dich versprochen, eine Frist verpasst oder etwas versucht, das nicht funktioniert hat. Vielleicht folgt sofort der nächste Schlag von innen: Typisch. Wieder nicht gut genug. Selbstmitgefühl heißt, diesen schwierigen Moment anzuerkennen und dir dabei nicht noch mehr Härte zuzumuten.

Wie würdest du mit einer Freundin sprechen?
Wahrscheinlich würdest du einen Fehler nicht schönreden. Aber du würdest vielleicht fragen, was passiert ist, wie es ihr damit geht und was sie jetzt braucht. Genau diese Haltung darf auch dir zur Verfügung stehen.
Du musst dich dafür nicht plötzlich großartig finden. Manchmal reicht ein nüchterner Satz: Das war schwierig, und ich bin enttäuscht. Damit beschreibst du deine Erfahrung, ohne deine ganze Person zu verurteilen.
Freundlichkeit und Verantwortung passen zusammen
Wenn du jemanden verletzt hast, kann eine Entschuldigung nötig sein. Wenn du schlecht vorbereitet warst, kannst du beim nächsten Mal anders planen. Selbstmitgefühl nimmt dir diese Schritte nicht ab.
Es verändert eher die Art, wie du sie gehst. Aus Ich bin unmöglich wird vielleicht: Hier habe ich etwas übersehen. Was kann ich jetzt klären? Das ist konkreter und lässt mehr Raum für eine hilfreiche Handlung.
Einen brauchbaren Satz finden
Wähle Worte, die du dir zumindest ein kleines bisschen glauben kannst. Ich darf lernen kann näher an deinem Erleben sein als Ich bin vollkommen. Auch eine Pause oder ein Gespräch mit jemandem kann gerade passender sein als ein Satz.
Wenn Freundlichkeit sich ungewohnt anfühlt, musst du daraus keine weitere Aufgabe machen. Du kannst zunächst bemerken, wie du mit dir sprichst, und eine besonders harte Formulierung etwas genauer betrachten.
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Passende Begriffe zum Vertiefen: Perfektionismus, Selbstsabotage.
Häufige Fragen
Ist Selbstmitgefühl Selbstmitleid?
Gemeint ist eine verständnisvolle Haltung, die deine Schwierigkeit anerkennt und nach hilfreichen Möglichkeiten schaut. Du musst dich dafür weder bemitleiden noch aufgeben.
Werde ich dadurch nachlässig?
Freundlich mit dir zu sein schließt konkrete Ziele, Rückmeldungen und Verantwortung nicht aus. Du musst dich nicht abwerten, um etwas ernst zu nehmen.
Was, wenn sich freundliche Sätze falsch anfühlen?
Dann wähle eine sachliche Formulierung, die stimmt. Zum Beispiel: Dieser Versuch war noch nicht so, wie ich ihn mir gewünscht habe.