Hypnospace Podcast
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In dieser Folge
Kunst machen und sichtbar werden – ohne jede Idee sofort zu vermarkten
Wenn sich in dir beim Wort ‚Content produzieren‘ alles zusammenzieht, musst du daraus nicht gleich die nächste kreative Blockade machen. Vielleicht möchtest du gerade einfach Musik machen, schreiben oder einen Gedanken verfolgen. Und nicht schon beim ersten Funken entscheiden, wie daraus ein verkäufliches Angebot wird.
Ich liebe es inzwischen, Videos und Podcasts aufzunehmen. Trotzdem stehe ich nicht morgens auf und denke als Erstes daran, Content zu produzieren. Ich möchte Menschen begleiten und das teilen, was mich an meiner Arbeit wirklich beschäftigt. Dieser Unterschied macht für mich viel aus.
Erst die Kinderstube, dann das Schaufenster
In dieser Folge bekommt eine frische Idee ein Kinderzimmer. Das ist ein Bild für einen geschützten Raum zum Spielen: ausprobieren, sprechen, schreiben, verwerfen. Hier muss noch niemand nach Zielgruppe, Algorithmus oder Call-to-Action fragen. Nicht, weil diese Fragen falsch wären. Sondern weil ihr Zeitpunkt einen Unterschied machen kann.
Später darf die Idee ins Schaufenster. Dann kannst du überlegen, wie du sie verständlich zeigst. Manche Ideen brauchen dafür zehn Minuten, andere deutlich länger. Daraus muss weder ein Zeitlimit noch eine Ausrede werden, jede kleine Idee jahrelang zurückzuhalten.
Dein kreativer Prozess darf selbst sichtbar sein
Du musst nicht immer erst einen fertigen Gedanken polieren und ihn anschließend vortragen. Manchmal kannst du Menschen beim Entstehen eines Gedankens mitnehmen. Ich spreche dafür zum Beispiel zuerst eine Notiz ins Handy oder sammle ein paar Stichpunkte. Beim Aufnehmen merke ich, was schon eine Form hat und wo noch etwas fehlt.
Das heißt nicht, dass alles online muss. Ein Entwurf darf liegen bleiben. Eine Nacht darüber schlafen, noch einmal spielen, einen fehlenden Gedanken ergänzen: Auch das gehört dazu. Nimm zum Ausprobieren lieber eine kleine Idee als das Projekt, von dem deine ganze Zukunft abhängen soll.
Wenn du beim Einschalten der Kamera plötzlich ganz anders sprichst, passt dazu die Folge Du kannst reden – bis du dich selbst filmst.
Worum es in dieser Folge wirklich geht
Du willst Musik machen, schreiben oder mit Menschen arbeiten. Aber sobald daraus Content werden soll, fühlt sich alles eng an? Vielleicht braucht deine Idee nicht sofort eine Zielgruppe, eine Hook und einen Verkaufsplan. In dieser Folge trennen wir das freie Erschaffen vom späteren Präsentieren. Und wir schauen, wie du Menschen an deinem kreativen Prozess teilhaben lassen kannst, ohne jede unfertige Idee veröffentlichen zu müssen.
Das nimmst du mit
- Gib einer frischen Idee zunächst Raum zum Ausprobieren, bevor du nach Zielgruppe, Hook oder Verkauf fragst.
- Nimm eine kleine Idee als Sprachnotiz, kurzen Text oder Videoentwurf auf, statt gleich dein größtes Herzensprojekt lösen zu wollen.
- Entscheide erst nach dem Erschaffen, ob du etwas teilen möchtest. Auch ein unveröffentlichter Entwurf ist Teil deines kreativen Prozesses.
Transkript der Folge lesen
Automatisch erzeugte deutsche YouTube-Untertitel. Der Quelltext wurde unverändert übernommen und nur in Absätze mit Zeitmarken gegliedert. Er ist nicht redaktionell geprüft und kann Erkennungsfehler enthalten. Die Zeitmarken beziehen sich auf die YouTube-Fassung.
Quelle: Originalvideo auf Nadjas YouTube-Kanal.
00:02 – Wenn du ein kreativer Mensch bist, sich aber in dir alles zusammenzieht, wenn du das Gefühl hast, du musst Content machen oder wenn dir jemand sagt, du solltest Content machen, dann erstmal herzlichen Glückwunsch, weil ich glaube, deine kreative Intuition funktioniert noch ziemlich gut und das ist eine Seltenheit heutzutage, weil weißt du, es liegt in deiner Natur als Musiker Musik zu machen und nicht irgendwelche Reels zu posten und zu überlegen, wie du deine Musik vermarktest. Es liegt als Schriftsteller in deiner Natur zu schreiben und nicht den ganzen Tag anderen Leuten davon zu erzählen, wie du Bücher schreibst. So.
00:38 – Und wenn du wie ich was im Bereich Coaching machst, ich bin z.B. Hypnotiseurin. Ja, dann liegt es dir Menschen zu heilen, zu begleiten, mit ihnen zu arbeiten und nicht irgendwelche Videos, Podcast Shorts zu machen. Ich liebe inzwischen Content machen, aber ich bin noch nie mit dem Gedanken aufgewacht. So, wow, geil. Heute ist ein neuer, wundervoller Tag, um Content zu produzieren. Ja, ich möchte in erster Linie hypnotisieren. Und wenn du kreativ bist, dann spür mal gerne rein jetzt wirklich in diesem Moment, was das Wort Content in dir auslöst und das Wort produzieren. Weil bei mir merke ich, da zieht sich
01:22 – schon was zusammen, wenn ich äh darüber spreche, weil Content produzieren, das hört sich für mich an wie wir haben ein Marketing Meeting am Dienstag und da musst du abliefern. Es hat überhaupt keine kreative Energie mehr. Da ist in erster Linie Druck dahinter. Und ich glaube, genau das sollten wir als kreative Menschen, die sich online zeigen wollen, wirklich achten und schätzen und mal zu gucken, okay, wie kriege ich es für mich geschftet, weil natürlich du wärst nicht hier und würdest mir hier nicht zuschauen, wenn du nicht deine Kunst irgendwie verkaufen wollen würdest. Lass uns kurz ein Schritt zurückgehen zu
02:06 – diesem Moment, wo du eine Idee hast, weil ich weiß, du kennst diesen Moment, weißt du? Du stehst vielleicht unter der Dusche, du gehst spazieren, du bist bei der Arbeit, jemand sagt etwas zu dir und in dir kommt dieses Kribbeln, dieses ah, dieses oh, dieses ich habe da eine neue Idee. Und was, wenn du dir diese Idee für ein Moment vorstellst als ein kleines Baby? Niemand würde auf die Idee kommen, zu einem kleinen Baby zu sagen, noch bevor es seinen Kopf heben kann, noch bevor es krabbeln kann, noch bevor es wirklich Blickkontakt halten kann. Was willst du
02:48 – mal werden, wenn du groß bist? Wofür bist du eigentlich hier? Es ist total absurd und ich finde, wir sollten unsere frischen Ideen erstmal behandeln wie kleine Babys und die erstmal wachsen lassen. Und stopp, bevor du jetzt das Video hier ausschaltest, weil ähm natürlich du willst deine Idee verkaufen, ja? Bleib hier. Wir sprechen auch über das Verkaufen der Ideen, aber zuerst darfst du wirklich mal diese Idee annehmen. Ja, was ist mit diesem was ist mit diesem kleinen Baby und wann ist es passiert, dass du gelernt hast wie ich, dass Ideen unbedingt sofort verkauft werden müssen, unbedingt sofort
03:28 – vermarktet werden müssen, weil dass du sogar Menschen, die Hobbys haben, die sie nur zum Spaß machen, die hören irgendwann, ja, hast du dir schon mal drüber Gedanken gemacht, das zu vermarkten? Und wir sind es im Kapitalismus, in dem wir leben, so gewohnt, als allererstes zu fragen, was bringt es? Ähm, für wen ist es, ja, was ist meine Zielgruppe? Was ist meine Nische? Wie verpacke ich das? So, und all diese Fragen sind nicht falsch, aber all diese Fragen, wenn die zu früh gestellt werden, die verderben dir jeglichen kreativen Prozess und die verderben dir die Lust auf Content. So,
04:05 – und wenn dich diese Themen interessieren, wenn du nicht aus jedem kreativen Impuls sofort ein Großprojekt machen, aber trotzdem dich sichtbar machen möchtest mit deiner Kunst, mit deinem Business, dann abonniere jetzt bitte diesen Kanal und gib mir einen Like, weil du hilfst mir genau diese Inhalte weiter zugänglich zu machen. Jetzt zurück zu deinem Baby, zu deiner Idee, weil mir hilft es inzwischen riesig, mir das Bildhaft vorzustellen. Als kreativer Mensch wirst du das lieben. Was, wenn deine Idee erstmal aufwachsen darf in eine Art Kinderzimmer, in einem Raum, wo niemals die Frage gestellt wird, welche Hook passt dazu?
04:48 – Kann ich das in ein Short quetschen? Wo kommt der Call to Action? Wie verkaufe ich das? Wer schaut das an? Äh, wie wird nachher Schluss, Schluss. Ja, in diesem Raum werden keiner solcher Fragen gestellt. In diesem Raum wird gespielt mit deiner Idee. So und erst später, wenn die Idee eine Form bekommen hat, wenn du sie ausprobiert hast, dann geht es weiter in einen anderen Raum. Ja, dann gehst du vielleicht mit dieser Idee, die groß geworden ist, ins Schaufenster und überlegst dir, Mensch, wie präsentiere ich der Welt? das der Welt, wie bringe ich das in die Welt?
05:28 – Und ich habe inzwischen ein bisschen Erfahrung mit Content Creation und ich glaube auch nicht, dass jede Idee ewig lang im Kinderzimmer braucht, weißt du? Manche Ideen, die brauchen bei mir nur 10 Minuten in diesem Kinderzimmer, wo ich will damit spielen kann, bevor ich schon merke, okay, gut genug, raus damit. So, und dann habe ich aber wieder andere Ideen, die für mehrere Tage, Wochen, Monate oder vielleicht Jahre in diesem Kinderzimmer sind. Ich gehe immer mal wieder hin, ich spiel mit denen, ich probiere aus und ich stelle fest, okay, sie sind noch nicht reif. Ja, nicht jede
06:03 – Idee muss sofort geteilt werden. Wenn du ein kreativer Mensch bist, dann hast du mehrere hundert Ideen gleichzeitig und dann passieren auch diese diese Dinge gerade wenn wir anfangen wollen mit Content finde ich super spannend, dass wir lieber an unserer Lieblingsidee herumdenken als kleine Ideen zu nehmen, die wir schnell raus in die Welt schicken könnten. dass du wir Menschen, wir lieben das so mit unserem hochbegabten Lieblingsbaby jahrelang rumzusitzen und zu überlegen, wie wir das pädagogisch wertvoll fördern können, welches Studium es mal machen soll, bevor das raus in die Welt darf. Ja, lieben wir, weil denken fühlt sich
06:48 – produktiv an, aber ich bin mir sicher, du hast auch so kleine Ideen, die dir viel zu einfach erscheinen, mit denen du 10 Minuten spielen könntest und die danach rausgehen könnten in die Welt. So und wenn du jetzt aber das Problem hast, dass du sagst, Badia, ich habe 700 Ideen, aber ich habe noch keine einzige davon rausgebracht und ich weiß nicht, wie das geht, dann schau als nächstes unbedingt das Video, dass ich dir hier oben irgendwo verlinke. Da gehen wir noch mal ganz tief draus ein drauf ein, wie du aus jeder Idee in 10 Minuten an
07:17 – Content Peace machen kannst. Aber heute geht's ja noch mal so ein bisschen um den Schritt davor. Und ich gebe dir diese ganzen Bilder in erster Linien mit, damit du irgendwo auf einer tieferen Ebene verstehst, nämlich auf einer kreativen Ebene, nicht auf einer rationalen Ebene, was es mit deinen Ideen macht und warum es sich so schwer anfühlt, Content zu machen, wenn du sofort durch diese Produktivitätslinse, diese Kapitalismuslinse, diese Content Creation Linse auf zarte kleine Ideen schaust, die eigentlich erst mal entdeckt werden wollen. Und jetzt bringe ich dir noch einen Gedanken mit den ich ehrlich gesagt selber noch gar nicht so lang habe und
08:02 – der für mich alles verändert hat, der auch für dich alles verändern kann, was Content Creation angeht, weil natürlich nimm noch mal dieses Bild, ja, Idee, Baby, Kinderstube, Schaufenster. So mache ich das ganz oft, aber was ich vermehrt mache mit meinem Content ist, dass ich das Kinderzimmer gar nicht verlasse, dass ich dich quasi zuschauen lasse beim Spielen. Und das nimmt so so viel Druck raus, weil als Kreative, wir beschäftigen uns naturgemäß gar nicht so gern mit dem Schaufenster. Wir beschäftigen uns gar nicht so sehr gerne mit der Präsentation und der Vermarktung. Ja, also natürlich ist das
08:44 – wichtig, dass auch dieses Video, dass ich gerade aufnehme, dass es einen guten Titel kriegt, dass es einen guten Seotext kriegt, ähm dass ich das irgendwo ansprechend platziere mit einem Thumbnail, damit auch Leute drauf klicken und zwar die richtigen Leute, die das interessiert. So, das ist alles wichtig. Ja, aber was ich genau sage, das habe ich noch gar nicht genau gewusst, als ich angefangen habe, das Video aufzunehmen, weißt du? Und vielleicht ist Content Creation speziell, wenn du über etwas sprechen möchtest, gar nicht unbedingt. Ich bereite jetzt fertig etwas vor, Pfeile poliere das in der Kinderstube und nehme
09:21 – das dann irgendwann auf, sondern vielleicht ist das auch, ich nehme meinen Zuschauer mit in einen Denkraum. So mache ich das gerade mit dir und so bereitet mir Content Creation am wenigsten Widerstand. Ich hatte heute morgen die Idee mit dem Baby als Idee und wie wir das sofort kaputt machen. Ja, wie wir auch wirklich jedes Kind kaputt machen. Im wasen Sinne des Wortes, wenn es spielt und wir sofort sagen, bo wie willst du damit Geld verdienen? Und wie das steht als Metapher für den kreativen Prozess zu. Mehr musste ich darüber nicht. Und manchmal geht's mir so, da spreche ich
10:02 – erstmal eine Notiz in mein Handy, damit ich so grundlegend Worte dafür habe und dann nehme ich das auf. Manchmal mache ich mir ein paar Notizen. So, und das geht dann viel schneller und es macht mir viel mehr Spaß, als wenn ich jetzt erst ein Skript schreiben muss, wenn ich mich mit der KI unterhalten muss, wenn ich irgendwie stundenlang Texte schreiben muss, weil das ist schon alles wieder äh so viel Verkaufsenergie, so viel Planung, so viel Analyse, so viel Radio, dass es bei mir die kreative Energie nimmt. Was wenn du einfach deinen Zuschauer mitnimmst in diese Kinderstube? Weißt du
10:36 – was? wenn das gar nicht Content machen ist, sondern was, wenn du spielst mit deiner Idee, was wenn du Leute bei diesem Prozess des Spielens zuschauen lässt und was, wenn dabei was Neues entsteht. Und ich meine damit auch nicht, dass du jede Idee, die unfertig ist, so verteilen musst, weißt du? Manchmal nehme ich ein Video auf und merk so, ja, das ist noch nicht fertig. Irgendwie fällt mir beim Aufnehmen auf, da fehlt noch was und das macht nichts, weiß du, das Video bleibt dann in den Entwürfen liegen und meistens schaue ich mir diese Entwürfe gar nicht an, weißt du?
11:07 – Meistens schlafe ich einmal drüber und merke morgen, ach ja, das musstest du noch sagen, dieser Impuls fehlt noch und das macht die Geschichte rund und das geht viel viel schneller. Ich wünschte, mir hätte das früher jemand gesagt, das geht viel schneller als ein Skript zu schreiben, das Skript zu optimieren, dich mit Storytelling zu beschäftigen, mit deiner KI drüber zu sprechen. Es kostet alles so viel Zeit. Also du viel schneller geht es. Du spielst mit deiner Idee, du bist im kreativen Prozess und du lässt andere daran teilhaben. Ich wünsche dir jetzt beim Ausprobieren ganz viel Spaß. Ja, nimm heute nicht
11:43 – eine riesige Idee, eine Bedeutungs schwere, eine Idee, die deine Zukunft und deine Karriere für immer verändern könnte, um mit dir zu spielen. Sind meistens die schwierigsten Ideen, sondern nimm eine kleine, vielleicht ein Bild, dass dir beim Duschen, beim Spazieren gehen irgendwo kommt. Zeichne dich dabei auf, schreib es auf. Ja. Und dann lass es liegen. Wenn es sich gut anfühlt, poste es und wenn nicht, dann lass es liegen. Kehr wieder damit zurück, um wieder damit zu spielen. Ich wünsche dir mit diesem Impuls ganz viel Spaß. Hey, und ich freue mich riesig aufs nächste Video. Vergiss nicht, den Kanal zu abonnieren
12:19 – und bis ganz bald.
Fragen zu dieser Folge
Kann ich als Künstlerin oder Künstler Content machen, ohne nur noch Marketing zu betreiben?
Du kannst das Erschaffen und das Präsentieren bewusst auseinanderhalten. Lass eine Idee zunächst wachsen und überlege später, wie du sie zeigen möchtest. Manchmal ist auch ein Einblick in deinen Arbeits- oder Denkprozess interessant. Nicht jedes Werk und nicht jeder Versuch muss dabei öffentlich werden.
Brauche ich für ein Video ein fertiges Skript?
Nicht unbedingt. Nadja beschreibt in dieser Folge, wie sie mit einer Sprachnotiz oder wenigen Stichpunkten beginnt und Gedanken beim Sprechen weiterentwickelt. Das ist eine Möglichkeit, keine Pflicht. Wenn ein Skript dir hilft, kannst du es weiterhin nutzen.
Wann ist eine Idee bereit zum Veröffentlichen?
Dafür gibt es keine feste Reifezeit. Manche kleine Idee bekommt schnell eine verständliche Form, andere braucht weitere Versuche. Schau nach dem Ausprobieren, ob du sie schon teilen möchtest oder ob noch etwas fehlt. Du darfst einen Entwurf liegen lassen, ohne ihn als gescheitert zu bewerten.