NADJA
HOLLSTEIN
Kontakt aufnehmen
Alle Podcast-Folgen

Hypnospace Podcast

Ich war kreativ blockiert, bis ich mich gefilmt hab.

Ich war kreativ blockiert, bis ich mich gefilmt hab.

Jetzt anhören

Wähle deine Plattform

Mit dem Laden werden Inhalte des externen Anbieters eingebunden. Datenschutzerklärung

Direkt beim Anbieter öffnen

Mit dem Laden werden Inhalte des externen Anbieters eingebunden. Datenschutzerklärung

Direkt beim Anbieter öffnen

In dieser Folge

Du willst Content Creator werden, dein Business sichtbar machen oder endlich online sichtbar werden – aber irgendwie fängst du einfach nicht an? Vielleicht willst du Videos aufnehmen, einen Podcast starten, schreiben oder sogar Influencer werden – und trotzdem bleibt es beim Gedanken daran. Vielleicht schämst du dich, dich zu filmen, hast Angst, was andere über dich denken, kämpfst mit Perfektionismus, Overthinking oder einer kreativen Blockade. Schnell nennen wir das Angst vor Sichtbarkeit. Aber was, wenn dein eigentliches Problem ein ganz anderes ist? In dieser Folge geht es um Content erstellen, Kreativität, Sichtbarkeit und die Angst davor, sich online zu zeigen – und um ein Experiment, das meine eigene kreative Blockade ziemlich überraschend verändert hat.

Worum es in dieser Folge wirklich geht

Vielleicht ist deine Blockade nicht so tief, wie sie sich anfühlt. Wenn du beim Aufnehmen schon an Kolleginnen, Familie oder mögliche Kommentare denkst, versuchst du gleichzeitig zu erschaffen und dich zu zeigen. Nadja schlägt deshalb ein klares Experiment vor: Produziere mehrere Videos, Texte oder Podcastfolgen nur für dich. Erst danach entscheidest du, ob überhaupt etwas veröffentlicht wird.

Das nimmst du mit

  • Erschaffen und Veröffentlichen bewusst als zwei getrennte Phasen behandeln
  • Mehrere private Übungsstücke aufnehmen, die wirklich niemand sehen muss
  • Neues Unbehagen normalisieren, bevor du es als tiefe Sichtbarkeitsblockade deutest
Transkript der Folge lesen

Redaktionell leicht gekürztes und sprachlich geglättetes Transkript auf Grundlage der automatisch erzeugten deutschen YouTube-Untertitel.

Du willst seit Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren dein erstes Video aufnehmen, deinen ersten Post schreiben oder dich online zeigen – aber es passiert einfach nicht, obwohl du eigentlich richtig Lust darauf hast. Wenn du mir ein paar Minuten gibst, verrate ich dir, was mir geholfen hat, aus dieser kreativen Blockade herauszukommen. Vielleicht ist es viel leichter und braucht weniger, als du denkst.

Ich glaube, das Problem ist oft, dass wir die Ursache der Blockade an der falschen Stelle vermuten. Vielleicht hast du dir längst eine gute Begründung zurechtgelegt, warum du dein erstes Video oder deinen Online-Auftritt so lange aufschiebst: Ich bin zu perfektionistisch. Ich bin zu faul. Ich habe Angst, mich zu zeigen und beurteilt zu werden. Mein Nervensystem ist noch nicht bereit.

Wenn du wie ich aus der Coaching-Szene kommst, besteht zusätzlich die Gefahr, in diesem Problem eine Tiefe zu suchen, die es vielleicht gar nicht hat. Versteh mich nicht falsch: Als Hypnotiseurin liebe ich Tiefe und ich löse Probleme gerne an ihrer Wurzel. Bei kreativen Blockaden ist es aber oft nicht so tief, wie wir zuerst denken.

Dazu möchte ich dir eine entscheidende Frage stellen: Wie viele Videos liegen aktuell auf deiner Festplatte, die du nicht gepostet hast? Wie viele Texte hast du geschrieben, aber nie veröffentlicht? Wenn die Antwort „Hunderte“ lautet, steckt dahinter vielleicht tatsächlich ein tieferes Thema. Wenn dort jedoch kaum etwas liegt, könnte das Problem ein anderes sein.

Wir verwechseln häufig zwei Phasen des kreativen Prozesses: Erschaffen und Zeigen. Viele von uns haben noch gar nichts wirklich erschaffen, weil sie gedanklich schon beim Zeigen sind. So ging es mir auch. Ich hatte noch nicht in Ruhe ausprobiert, ob ich gerne filme, Podcasts aufnehme oder Texte schreibe. Bevor ich überhaupt kreativ wurde, dachte ich schon daran, wer das später sehen könnte.

Vielleicht denkst du an eine Aufnahme und noch bevor du ein Wort gesagt hast, fühlt es sich an, als würde dir deine Schwiegermutter über die Schulter schauen. In einer Ecke steht die ehemalige Kollegin oder Chefin und runzelt die Stirn, irgendwo schaut der Ex zu. Alle diese Menschen, die dich online entdecken könnten, sind gedanklich schon im Raum – und hemmen dich.

Mein Vorschlag: Schick diese Menschen vorerst aus dem Zimmer. Dafür braucht es keine komplizierte Technik. Es ist schlicht die Entscheidung, zunächst nur für dich kreativ zu sein. Wie wäre es, drei Podcastfolgen aufzunehmen, die du niemals posten musst? Zehn Shorts nur für dich? Fünf Texte, die nicht veröffentlicht werden müssen?

Wenn du mit dir selbst diesen Pakt schließt, kann das einen großen Unterschied machen: Diese kreativen Versuche sind nur für mich. Niemand muss sie sehen. Du findest dadurch heraus, wie du klingst, wenn dir wirklich niemand zuschaut, wie du dich ausdrückst, wenn du dich nicht ständig beobachtest und zensierst.

Das erste Video wird sich wahrscheinlich trotzdem komisch anfühlen. Der erste Text kann schwerfällig sein. Wichtig ist zu verstehen, dass das normal ist. Es bedeutet nicht automatisch, dass du noch nicht bereit bist, dich zu zeigen, oder dass du ein tiefer liegendes Problem hast. Wir müssen nicht jedes Unbehagen sofort pathologisieren. Neue Dinge fühlen sich häufig einfach ungewohnt an.

Allein in einem Zimmer zu sitzen und mit einer Kamera zu sprechen, obwohl niemand da ist, kann seltsam sein. Es ist normal, über Worte zu stolpern, rote Flecken zu bekommen, zu viel zu erzählen oder einen Blackout zu haben. All das kann auch passieren, wenn wirklich niemand zuschaut.

Bei diesem Experiment erlaubst du dir genau diese Erfahrung. Du rechnest damit, dass es ungewohnt ist, weil es neu ist. Es muss keine tiefere Bedeutung haben und beweist nicht, dass du blockiert bist. Auch das erste Mal Autofahren, der erste Sprung vom Drei-Meter-Brett oder das Ansprechen eines Menschen, den du interessant findest, kann sich komisch anfühlen.

Nach zwei oder drei Videos stolperst du vielleicht über einen Satz, den du richtig gut findest. Möglicherweise merkst du, dass dir das Aufnehmen Spaß macht – oder dass Video gar nicht deine Form ist. Nach dem fünften Versuch erkennst du genauer, was funktioniert und was nicht. Vielleicht bekommst du Lust, Videoschnitt auszuprobieren. Und womöglich denkst du irgendwann beim sechsten Video: Das poste ich jetzt einfach.

Bei mir war es ähnlich. Nach dem ersten Video, das ich eigentlich nur für mich aufgenommen hatte, merkte ich: So schlecht ist das gar nicht. Dann habe ich es gepostet. Veröffentlichung war nicht die Bedingung für die Aufnahme, sondern eine Entscheidung, die erst danach entstand.

Wenn du irgendwann zehn gut editierte Videos hast, mit denen du zufrieden bist, sie aber trotzdem nicht veröffentlichen kannst, können wir immer noch darüber sprechen, ob eine Sichtbarkeitsblockade oder Perfektionismus tatsächlich ein tieferes Thema ist. In vielen Fällen liegt die erste Hürde jedoch früher: Du hattest noch keinen geschützten Raum, in dem du die kreative Form überhaupt üben konntest.

Vielleicht fehlt dir aktuell die Energie oder ein Raum zum Filmen. Vielleicht fehlen dir grundsätzlich Ideen und du weißt nicht, was du sagen könntest. Dann lohnt es sich, zuerst die Bedingungen für ein kreatives Leben anzuschauen. Für den konkreten Anfang bleibt mein Vorschlag aber derselbe: Trenne Erschaffen und Zeigen. Mach einige Stücke nur für dich, lass sie unperfekt sein und entscheide erst danach frei, ob eines davon nach draußen darf.

Fragen zu dieser Folge

Was, wenn ich auch nach mehreren privaten Aufnahmen nichts posten kann?

Dann lohnt ein genauerer Blick auf Bewertung, Perfektionismus oder Sichtbarkeitsangst. Die Übung ist kein Zwang zur Veröffentlichung, sondern hilft dir zu erkennen, an welcher Stelle die Blockade tatsächlich entsteht.